Warum der Glaube stirbt

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Warum der Glaube stirbt

Viele fangen gut an, können es aber nicht zu Ende bringen. Am Anfang des Jahres besuchen viele fleißig das Fitnessstudio, gehen joggen, sind aktiv in der Schule und im Studium und senken vielleicht sogar den Kaffeekonsum. Und jetzt, Mitte Oktober, stellen sie fest, dass die Vorsätze schon länger vergessen worden sind.
Bei einem Marathonlauf laufen viele vorne, doch kurz vor Schluss sind es nur wenige, die immer noch motiviert sind.

Doch warum ist das so?

Würde man unter den Wettbewerbsbedingungen trainieren, würde man weiterkommen.

Auch als Gläubige brauchen wir Training, wenn wir bis zum Ende kommen wollen.
Warum sterben Christen?

  1. Sie werden satt.

„Mein Glaube ist vollkommen, ich brauche nichts mehr“

Matthäus 5,3

Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel! 

„Ach Pastor, du kannst mir eh nichts Neues erzählen“. Mit solch einer Einstellung kommt man nicht weiter.

Bei einem Essen mit 7-Gänge-Menü, mit einem Biss pro Gang und 10-15 min Wartezeit zwischen den Gängen, wird jede Speise auseinander genommen. Immerhin hat man viel Zeit. Das ist zu süßlich, hier fehlt es dem Nachgeschmack an Intensität.
So sind auch manche Menschen bei der Predigt. Heute war das Licht beim Lobpreis nicht so toll, bei der Predigt hat es etwas gehackt – war nicht so gut, Pastor.

Aber die Gemeinde ist kein Restaurant, wo jeder Biss diskutiert werden kann, sondern eher wie eine Mensa, schnell rein, etwas essen und weiterarbeiten. Wir wollen gar nicht so übersättigt werden, dass es zu Kritik kommt.

Reinhard Bonnke sagte einmal: „Die Gemeinde ist kein Vergnügungsdampfer, sondern ein Rettungsboot.“ 

Es geht nicht um Spaß, sondern um die Errettung von Menschen. Wenn ein Mensch über Bord ist, wird nicht höflich gebeten, diesem einen Rettungsring zu zuwerfen, sofern es der gebetenen Person wohl passen würde. Nein, dem Menschen muss sofort geholfen werden.

Jesus sagt, dass aus uns „fließendes Wasser“ kommen wird. Fortschritt und Bewegung und kein stehendes Gewässer. Wir sollen uns verändern und weiterentwickeln.

C.S. Lewis sagte einmal:

„Du bist nie zu alt, um einen neuen Traum zu träumen.“

John Barrymore sagte:

„Der Mensch wird alt, wenn Bedauern die Stelle der Träume einnimmt“

Man ist nie zu alt, um geistlich weiterzuwachsen. Man lernt immer etwas neues, auch über sich selbst. An dem Tag, wo man aufhört, dazu zu lernen, fängt das Sterben an.

„Wenn jemand steht, sehe zu, dass er nicht falle“ (vgl. 1.Korinther 10,12)

Der Mensch fällt nicht in einem Moment. Es ist eher wie Ausrutschen. Erst wird das Gleichgewicht verloren, dann realisiert er, dass er gleich fällt, und dann, langsam fällt der Mensch runter.

Wie kann ein Schiff, der in Europa Richtung New York startet,  in Südamerika landen. Indem der Kurs ein paar Grad südlicher gestellt wird. Wird es nicht nachkontrolliert, landet man womöglich in Puerto Rico.

Menschen gehen nicht plötzlich aus der Gemeinde. Es ist ein langer Prozess, wie die Schiffsreise über den Atlantik. Und es beginnt mit einer minimalen Kursabweichung.

  1. Sie halten Dinge für selbstverständlich.

Bodenheizung, fließendes Wasser, Kühlschrank. Es gibt sehr viele Menschen auf der Welt, für die diese Dinge nicht selbstverständlich sind.

Wenn wir undankbar sind, verändert sich unser Kurs.

 „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat“ (vgl. Psalm 103,2)

Das Aufstehen, das Ankommen am Arbeitsplatz, alles was wir haben und was wir sind. Es ist eine Menge nicht selbstverständlicher Dinge, für die man dankbar sein kann.

In den USA gibt es einen Ausdruck: „count your blessings“ (dt. zähle deine Segen). Es wird empfohlen es morgens beim Aufwachen zu machen, um mit der richtigen Einstellung in den Tag zu starten.

1. Thessalonicher 5,18

Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. 

Wenn wir undankbar werden, beginnt unser geistliches Sterben.

Was sagst du? Bist du dankbar? Oder regst du dich auf? Was beschäftigt dich?

Unzufrieden und undankbar zu sein ist gefährlich. Genauso gefährlich ist es, in einer christlichen Gemeinde aufzuwachsen und es nicht schätzen zu lernen.

Wenn Elefanten klein sind, werden sie an einen Baumstamm gebunden und unabhängig davon wie stark sie ziehen, können sie sich nicht davon losreißen. Wenn sie dann größer und stärker werden, versuchen sie es nicht mehr. Sie glauben daran, dass der Baumstamm immer noch stärker ist als sie. Obwohl sie sich nicht einmal anstrengen müssten, um sich loszureißen, nehmen sie es für selbstverständlich, dass sie nicht weglaufen können.

Hyposensibilisierung wird bei einer Impfung eingesetzt, sodass der Körper irgendwann nicht mehr auf den Erreger reagiert, weil er sich daran gewöhnt.

Es gibt ein Experiment mit Flöhen in einem Glas, wo ihnen beigebracht wurde, nicht höher als die Decke des Glases zu springen. Wurde die Decke entfernt, sprangen die Flöhe trotzdem nicht höher. Dieses Verhalten wurde den Kindern weitergegeben, auch in der 2. Tochtergeneration.

Wenn die Eltern es verschlafen sich zu verändern, übernehmen ihre Kinder die Verhaltensweisen ganz natürlich. Man kann die Erziehung nicht anderen überlassen. „Hier, Gemeinde, mach mal was aus denen.“ Ein wichtiger Teil der Erziehung passiert nämlich zuhause.

  1. Ihre Werte verändern sich.

Wenn wir uns bekehren, geben wir Gott alles ab. Vergeht etwas Zeit, sehen wir es anders. Hier und da entstehen Kompromisse. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir geistlich abrutschen.

Der Teufel kommt nie mit einer Mistgabel und mit Hörnern. Hier und da ein wenig abstreichen und die Standards minimal sinken lassen. 

Die Bibel wird weniger interessant, wenn man sich weniger Zeit für sie nimmt und weniger zur Gemeinde kommt.

Man muss auf sich achten und den Kurs ständig korrigieren. Es ist hilfreich, einen Lebenspartner zu haben. Dieser kann auf eine Abweichung hinweisen. Zum Beispiel, wenn man sich seit Tagen nur über ein Thema unterhält.

„Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über“ (vgl. Lukas 6,45)

Wo sind deine Ideen für das Reich Gottes? Welche Themen beschäftigen dich? Wann hast du das letzte Mal so mit einem Ungläubigen gesprochen und so heiß diskutiert, wie über das Wetter oder die Deutsche Bahn?

Lukas 12,34

Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Worte, die man sagt, haben wenig Wert. Es sind die Handlungen, die etwas aussagen. Deine Ausgaben zeigen, wo deine Prioritäten liegen.

Hast du dich vielleicht in einem der Punkte wiedererkannt? Die Erkenntnis ist der erste Schritt. Fange heute an, dein Leben bewusst und richtig zu leben!

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