Das Judas Syndrom

Exemple

Das Judas Syndrom

Es gibt wenige negative Beispiele in der Bibel,  die bekannter sind, als Judas‘ Verrat. Doch war Judas wirklich so böse? Und machen wir vielleicht (unbewusst) die gleichen Fehler wie er? 

Die Geschichte wird in dem Markus Evangelium beschrieben. 

Matthäus 26:20-25

„Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit den Zwölfen zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten! Da wurden sie sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich? Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!“

Jesus lehrte seine Jünger 3,5 Jahre lang. Jede Nacht betete er für sie. Er kannte jeden von ihnen.

Warum also hat Jesus es so gesagt und Judas damit enthüllt?

Auf einmal verstummen die Gespräche,  man hört das Summen der Luft, eine Fliege schwirrt vorbei. Jesus sagt, er wird von einem der hier Sitzenden verraten. Und die Jünger fangen an,  in sich selber unsicher zu werden. Sie suchen nicht den Schuldigen, sondern fragen; „Doch nicht ich?“. Anderseits kann man sich vor Jesus auch nicht verstellen. Denn er kennt jedes Herz.

Doch warum sagte Jesus das? Weil er Judas liebte. Im Johannes Evangelium steht, dass Jesus „im Geist erschüttert“ wurde, als er den Verrat ankündigte. Der gleiche Ausdruck wurde verwendet, als ein guter Freund von Jesus, Lazarus, starb. Jesus weinte damals um den Tod seines Freundes. Er war erschüttert. Und genauso fühlte er sich, als er vom Verrat beim Abendessen sprach.

Welche Eigenschaften besaß Judas, beziehungsweise haben Menschen mit dem „Judas Syndrom“?

  1. Er wird geliebt, aber er kann es nicht wahrnehmen und sieht das nicht.
    Judas  hat die Liebe Jesu nicht gespürt. Kinder fühlen sich oft ungeliebt.
  1. Er verdrängte die Realität
    Als Jesus sagte, dass er von der Person, die mit ihm aus einer Schüssel aß, verraten wird, und Judas zu der Zeit aus der eben gemeinten Schüssel aß, und somit gemeint wurde,  hat Judas gar nicht darauf reagiert. Er war beinah entspannt. Obwohl ihm unterstellt wurde, dass er Jesus verraten würde,  fühlte Judas sich keineswegs  gekränkt.
  1. Beleidigung
    Judas trug im Inneren seit einiger Zeit Beleidigung mit sich. Es war bekannt, dass Judas gierig war. An einer Stelle beschwerte er sich, dass kostbares Öl vergossen und nicht verkauft wurde. Immerhin hätte man viel Geld damit machen können. Judas bemühte sich, Geld zu sammeln, er hatte sogar einen Kasten für Spenden gehabt.Einen beleidigten Menschen ist es sehr einfach auszunutzen. Vor allem kann es der Teufel sehr gut, der jede Möglichkeit ausnutzt, um den Kindern Gottes zu schaden,   Eine beleidigte Person wird weh tun wollen, und somit wird diese „krasser“ verraten als jemand, der nicht beleidigt wurde. Und beispielsweise nur aus Profit verraten würde.

      4. Verbranntes Gewissen
          Vom Gewissen wurde Judas schon lange nicht mehr geplagt. Und wie kam es dazu? Langsam, Stück für Stück. Als er die erste Münze aus dem Kasten für sich                   selber nahm. Und dann später noch eine. Und als er es sich irgendwann auch nicht mehr schön redete.

     5. Ist das Böse getan, wird der Weg zu Erlösung nicht mehr gefunden
         Als Jesus verhaftet wurde, sah er auf einmal, was er getan hatte. Er wollte das rückgängig machen und brachte sogar das Geld zurück zu den Pharisäern. Doch es              war bereits zu spät, irgendwas zu verändern.Der Moment der Erkenntnis ist wichtig, es ist als ob man die Augenbinde abbekommt und plötzlich wieder sehen kann.          Die Realität wird innerhalb eine Sekunde wieder wahrgenommen. Und alles, was man davor verdrängte, wird zu viel. Man bekommt starke Schuldgefühle. Es                      kommt einem vor, als würde man es nie wieder gut machen können. Und dann scheint die Idee, alles zu beenden, doch nicht so abwegig. Es einfach aufhören zu              lassen. So wie auch das eigene Leben.

Doch Jesus starb nicht einfach so am Kreuz, er gibt jedem die Möglichkeit, Vergebung zu erfahren. Es gibt keine Probleme, die Jesus nicht lösen kann. Er liebt uns und will, dass wir glücklich sind. Nur bei ihm finden wir Frieden.

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